German Jazz Meeting in Darmstadt gegründet – ein internationales Schaufenster für die deutschen Jazzmusiker

Als sich vor knapp fünf Jahren führende Vertreter der deutschen Jazzszene zur Bundeskonferenz Jazz zusammenfanden, war eines der ersten Themen, mit denen sich die Runde auseinandersetzte, die mangelnde Vertretung deutscher Jazzmusiker auf den großen internationalen Festivals. Gleichzeitig blickte man neidvoll nach Skandinavien und in die Niederlande, wo mit erheblichem, auch finanziellem Einsatz schon seit geraumer Zeit heimische Musiker auf dem internationalen Markt platziert wurden. Die zunehmende Sorge, die deutschen Jazzmusiker und ihre Projekte könnten im Vergleich zu ihren Kollegen anderer europäischer Länder zukünftig auf Dauer vom internationalen Jazzgeschehen abgehängt werden, führte damals bereits zu der Überlegung, ein regelmäßig stattfindendes Präsentationsfestival des deutschen Jazz ins Leben zu rufen. Vorbild für eine solche Begegnung deutscher Musiker mit internationalen Veranstaltern, Journalisten und Multiplikatoren war und ist das alle zwei Jahre stattfindende Dutch Jazz Meeting in Amsterdam.

Bei einem Treffen der Bundeskonferenz Jazz am 29. Juni 2005 im Jazzinstitut in Darmstadt konnten Peter Schulze, ehemaliger Musikredakteur bei Radio Bremen und damals künstlerischer Leiter des Jazzfests Berlin sowie Reiner Michalke vom Stadtgarten in Köln und Festivalleiter im niederrheinischen Moers den Mitgliedern bereits ein Konzept für ein eigenständiges German Jazz Meeting präsentieren. Auch ein Kooperationspartner für die Durchführung und Organisation eines solchen Festivals konnte mit der Messe Bremen bereits gefunden werden. Als im Bremer Kongresszentrum vom 23. bis 26. März 2006 die Messe „jazzahead“ startete, fand somit auch zum ersten Mal ein German Jazz Meeting statt. Daneben hatte das Goethe-Institut seine Unterstützung für ein solches internationales Forum deutscher Jazzmusiker in Aussicht gestellt. Dem Konzept von Schulze und Michalke folgend, plant der Verein gemeinsam mit seinen Partnern alle zwei Jahre an die 100 Vertreter großer nationaler und internationaler Jazzfestivals und wichtiger Medien nach Bremen einzuladen, um ihnen im Rahmen eines Showcase-Festivals eine möglichst repräsentative Auswahl der derzeit führenden Produktionen der deutschen Jazzszene live zu präsentieren. Um die notwendige Kontinuität für ein solches Projekt zu schaffen und gleichzeitig einen kompetenten Ansprechpartner für die Jazzszene zu etablieren, gründeten die anwesenden Mitglieder der Bundeskonferenz Jazz den Verein German Jazz Meeting. Ziel und Zweck des Vereins ist, so steht es in der vom Jazzinstitut Darmstadt vorgeschlagenen Satzung, die „Förderung von Kunst und Kultur durch die Stärkung des Ansehens des Jazz und der zeitgenössischen Improvisierten Musik in Deutschland sowie der in Deutschland lebenden Musiker aus diesen Bereichen weltweit“. Nachdem sich alle anwesenden Mitglieder der Bundeskonferenz Jazz bereit erklärt hatten dem Verein beizutreten, wurde Arndt Weidler vom Jazzinstitut Darmstadt zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt. Ihm stehen Reiner Michalke und Peter Schulze zukünftig als Stellvertreter zur Seite. Weitere Mitglieder des Vereins sind bislang Dr. Peter Ortmann (BuJazzo, Bonn), Ursula Gaisa (Jazzzeitung, Regensburg), Dominik Wagner (Union Deutscher Jazzmusiker, Bonn), Dr. Wolfram Knauer (Jazzinstitut, Darmstadt), Volker Dueck (Jazz & World Partners, Köln), Michael Leonhardt (Deutsche Jazz Föderation, Berlin). Inzwischen wurde vom Vorstand des Vereins German Jazz Meeting eine Jury aus achtzehn Vertreterinnen und Vertretern des Jazzlebens in Deutschland berufen. Jeweils fünf Vertreter der deutschen Clubszene, fünf Rundfunkredakteure und fünf Journalisten aus dem Printbereich sowie zusätzlich drei Vertreter aus dem Musikbeirat des Goethe- Instituts garantieren eine sachkundige und informierte Auswahl unter den unzähligen Musikern und Bands in Deutschland, die für ein solches Forum in Frage kämen. Das letztlich über 150 verschiedene Vorschläge von Seiten der Jury eingereicht wurden und gleichzeitig doch ein eindeutiges Votum für die zwölf am häufigsten genannten Projekte erzielt wurde, unterstreicht nicht nur die unglaubliche Breite der Qualität in der deutschen Jazzszene, sondern weist auch darauf hin, dass es unter den Experten der Jury durchaus eine gemeinsame Wahrnehmung dessen gibt, welche deutschen Jazzmusiker und Gruppen derzeit am eindeutigsten internationalen Ansprüchen genügen.

GERMAN JAZZ MEETING 2010
c/o Jazzinstitut Darmstadt
Arndt Weidler
Bessunger Straße 88d
D-64285 Darmstadt
Germany
Tel. +49 (6151) 963700
Fax +49 (6151) 963744
E-Mail: info@germanjazzmeeting.de

Satzung und Gründungsprotokoll:

GruendungGJM.pdf

SatzungGJM.pdf