German Jazz Meeting?

Wer ist German Jazz Meeting?
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German Jazz Meeting ist ein Verein, der sich aus Mitgliedern der Bundeskonferenz Jazz im Juni 2005 in Darmstadt gegründet hat. Gründungsmitglieder sind Ursula Gaisa, Chefredakteurin der NMZ/Jazzzeitung aus Regensburg, Dr. Peter Ortmann vom Deutschen Musikrat/BuJazzO, Dominik Wagner (vormals Union Deutscher Jazzmusiker), Volker Dueck von Sunny-Moon Records und Vorsitzender von Jazz & World Partners e.V., Dr. Wolfram Knauer, Leiter des Jazzinstituts Darmstadt, Michael Leonhart für die Jazzinitiative Berlin als Mitglied der Deutschen Jazz Föderation, außerdem noch Reiner Michalke, Geschäftsführer des Stadtgartens in Köln und künstlerischer Leiter des Jazzfestivals in Moers, Peter Schulze, bis 2008 künstlerischer Leiter des JazzFests Berlin und Arndt Weidler ebenfalls vom Jazzinstitut Darmstadt. Die drei Letztgenannten bilden auch den Vorstand des Vereins und sind gerne Ansprechpartner bei Anregungen und Fragen.

Was will German Jazz Meeting erreichen?
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Lange Zeit, so hatten wir das Gefühl - und wir wissen nicht in wie weit das von euch geteilt wird - hat sich der Jazz „Made in Germany“ international nicht wirklich weiterentwickelt. Sicher haben alle von uns internationale Kontakte, leiten oder beteiligen sich an internationalen Projekten, pflegen persönliche, musikalische oder geschäftliche Freundschaften über Grenzen hinweg. Wir haben aber in den letzten Jahren auch beobachtet, dass immer mehr europäische Länder Strategien und Wege entwickeln, ihre einheimischen Künstlerinnen und Künstler auch einem breiten internationalen Publikum bekannter zu machen. Sie gehen dabei unterschiedliche Wege. Immer aber konnten sie dabei auf staatliche oder teilstaatliche Förderung und Unterstützung zurückgreifen. Durch die föderale Verfasstheit der Bundesrepublik und der dadurch festgeschriebenen Kulturhoheit der Länder sowie der Zuständigkeit der Kommunen und Kreise für die Kultur- und Kunstförderung hat sich eine nationale, bundesweite Initiative für den Jazz niemals wirklich entwickeln können. Auf den internationalen Festivals und in den Clubs haben jazzmusikalische Projekte aus Deutschland deswegen meist einen schweren Stand. Das German Jazz Meeting 2006 bot erstmals die Gelegenheit deutschen Jazz, oder besser: in Deutschland beheimatete Jazzprojekte, einem Kreis wichtiger internationaler Festivalorganisatoren und Journalisten zu präsentieren. Verbunden war damit die Hoffnung, dass deutsche Bands insgesamt für internationale Festivals mittelfristig häufiger gebucht werden. Beispiele wie das Dutch Jazz Meeting, das seit 1998 in Amsterdam stattfindet, zeigen, dass das durchaus funktionieren kann.

Wie läuft das German Jazz Meeting ab?
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Das German Jazz Meetings wird, in kurzen ca. 20-minütigen showcases eine Auswahl der interessantesten deutschen Bands einem internationalen Publikum vorstellen. An zwei Tagen, am 23. und am 24. April 2010, jeweils zwischen 14.30 Uhr und 18.30 Uhr, findet das German Jazz Meeting in den etwa 400 Zuhörer fassenden Borgward-Saal des Messe- und Kongresszentrums Bremen statt. Neben den etwa 100 bis 120 geladenen nationalen und internationalen Gästen (Festivaldirektoren, Vertreter nationaler Jazzorganisationen und Journalisten), haben auch die Tagesbesucher der Messe jazzahead! kostenlos die Gelegenheit eine Auswahl des deutschen Spitzenjazz kennen zu lernen. Die teilnehmenden Gruppen wurden bereits im Sommer 2009 von einer Jury ausgewählt, deren Zusammensetzung, unserer Meinung nach, Qualität und Vielfalt gleichermaßen garantiert. Sie besteht aus fünf Programmverantwortlichen renommierter Jazzclubs und -initiativen – Thomas Eckardt (Jazzmeile Thüringen), Christiane Bohnke-Geisse (Unterfahrt München), Sedal Sardan (A-Trane Berlin), Elke Wiedemann (Jazzclub Karlsruhe), Kornelia Vossebein (Bunker Ulmenwall Bielefeld) – fünf schreibenden Journalisten, die in großen überregionalen Tageszeitungen oder in den Fachmagazinen regelmäßig über die Jazzszene berichten – Ralf Dombrowski (Süddeutsche Zeitung u.a.), Wolf Kampmann (u.a. Herausgeber von Reclams Jazzlexikon), Reinhard Köchl (u.a. Jazzzeitung), Martin Laurentius (Jazzthing), Günter Huesmann (freier Journalist, u.a. Herausgeber „Das Jazzbuch“) – fünf Jazzredakteuren großer deutscher Radiostationen – Ulf Drechsel (rbb), Stefan Gerdes (NDR), Bert Noglik (mdr), Arne Schumacher (rb), Roland Spiegel (br) – sowie den drei Jazzvertretern aus dem Musikbeirat des Goethe-Instituts – Hans-Jürgen Linke (Ressortleiter Musik/Frankfurter Rundschau), Wolfram Knauer (Vorsitzender des Musiknbeirates und Leiter Jazzinstitut Darmstadt) und Jörg Süßenbach (Bereichleiter Musik beim Goethe Institut e.V.).

Welche Bands nehmen am dritten German Jazz Meeting 2010 teil?
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Die achtzehn Juroren konnten je zwanzig Vorschläge einreichen und waren gebeten innerhalb ihrer Vorschläge Wertungen nach Punkten (1 bis 20) vorzunehmen. Gruppen oder Musiker mit der höchsten Gesamtpunktzahl aller Einzelvoten bilden somit die Teilnehmer am dritten German Jazz Meeting im April 2010. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Über 150 Vorschläge wurden gemacht. Zum Zeitpunkt der Juryauswahl war noch nicht klar, wie sich die Finanzierung des German Jazz Meeting letztendlich darstellen würde. Inzwischen wissen wir, dass uns die Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und die Initiative Musik gGmbH – im Wesentlichen – ermöglicht insgesamt zwölf Bands einzuladen. Erstmals erfahren wir auch Unterstützung durch die Firma Baufix in Heidelberg. Allen Förderern und Sponsoren sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.

Wem nützt das German Jazz Meeting?
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Wir gehen davon aus, dass das German Jazz Meeting mittelfristig das Interesse an Jazz aus Deutschland im Ausland wiederbelebt und festigt. Es soll ausländische Jazzfans wie Veranstalter gleichermaßen dafür sensibilisieren, welch enormes Potential und herausragendes Niveau die deutschen Jazzmusiker, auch im Vergleich zu ihren internationalen Kolleginnen und Kollegen zu bieten haben. Es soll einerseits Präsenz demonstrieren, aber auch neugierig machen, unbekanntes oder weniger bekanntes kennen zu lernen. Konkret messen lassen soll sich das in wenigen Jahren nicht zuletzt an der Anzahl der Engagements und öffentlichen Auftritte deutscher Musiker im Ausland. Wir sind zuversichtlich, dass das GJM, ergänzend zu den Bemühungen anderer Initiativen, wie Jazz and World Partners, über mittlere Dauer gelingen kann. Es nützt vor allem den Musikern, die sich bemühen für ihre Projekte auch im Ausland Aufmerksamkeit zu erzielen und Auftrittsmöglichkeiten zu finden.

Wie oft findet das German Jazz Meeting statt?
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Wenngleich es uns bislang noch nicht gelungen ist die staatliche Förderung zu verstetigen, so hatte doch zumindest die Messe Bremen signalisiert, dass sie an einer Beteiligung am German Jazz Meeting in einem zweijährigen Turnus interessiert ist. jazzahead! ist ein ernsthaftes, langfristiges Projekt der Messegesellschaft Hansa GmbH in Bremen und findet seit 2006 jährlich im Frühjahr in Bremen statt. Wir streben an, alle zwei Jahre deutsche MusikerInnen und internationale VeranstalterInnen zum German Jazz Meeting zusammenzubringen, um dem deutschen Jazz langfristig die Wahrnehmung zu sichern, die seinem Niveau angemessen ist. In unserer Vorstellung wird es also keinesfalls das dritte und letzte German Jazz Meeting sein und bleiben, sondern wir hoffen, dass sich Musiker wie internationale Gäste in Deutschland so wohl fühlen, dass sie gerne wiederkommen.